Wandfarbe Inhaltsstoffe: Vorsicht vor diesen Chemikalien!
Raumgefühl
• vor 4 Monaten

Wandfarben unter der Lupe: Schadstoffe erkennen und vermeiden
Die Wahl der richtigen Wandfarbe ist entscheidend für das Ambiente eines Raumes. Doch neben Farbton und Deckkraft spielen auch die Inhaltsstoffe eine wichtige Rolle. Viele konventionelle Wandfarben enthalten Chemikalien, die potenziell gesundheitsschädlich sein können. In diesem Artikel beleuchten wir die problematischsten Substanzen und zeigen, wie Sie umweltfreundliche und wohngesunde Alternativen finden.
Die Schattenseiten konventioneller Wandfarben
Konventionelle Wandfarben basieren oft auf synthetischen Bindemitteln und enthalten eine Vielzahl von Zusatzstoffen. Diese können während der Verarbeitung und auch nach dem Trocknen in die Raumluft gelangen und die Gesundheit beeinträchtigen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizungen der Atemwege und allergische Reaktionen. Besonders gefährdet sind Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.
Gefährliche Inhaltsstoffe: Ein genauerer Blick
Lösungsmittel: Viele konventionelle Farben enthalten organische Lösungsmittel (VOCs - Volatile Organic Compounds), die beim Trocknen ausdünsten. Diese Stoffe können zu Reizungen der Augen, Nase und Atemwege führen und langfristig die Leber und das Nervensystem schädigen. Achten Sie auf Farben mit dem Blauen Engel oder dem EU-Ecolabel, die strenge Grenzwerte für VOCs einhalten.
Weichmacher: Phthalate und andere Weichmacher werden Farben zugesetzt, um sie elastischer und haltbarer zu machen. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Konservierungsmittel: Um die Haltbarkeit von Farben zu verlängern, werden häufig Konservierungsmittel wie Formaldehyd oder Isothiazolinone eingesetzt. Diese Stoffe können Allergien auslösen und die Atemwege reizen. Besonders problematisch sind Farben, die mit "Methylisothiazolinon" (MIT) oder "Benzisothiazolinon" (BIT) konserviert sind.
Pigmente: Einige Pigmente, insbesondere in leuchtenden Farben, können Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Chrom enthalten. Diese Stoffe sind giftig und können sich im Körper anreichern. Achten Sie auf Farben, die als "schwermetallfrei" gekennzeichnet sind.
Biozide: Um Schimmelbildung zu verhindern, werden Farben oft Biozide zugesetzt. Diese Stoffe können jedoch auch für den Menschen schädlich sein und die Umwelt belasten.
Wohngesunde Alternativen: Natürliche Wandfarben
Glücklicherweise gibt es eine wachsende Auswahl an natürlichen Wandfarben, die frei von schädlichen Chemikalien sind. Diese Farben basieren auf natürlichen Rohstoffen wie Lehm, Kalk, Kasein oder Pflanzenölen.
Lehmfarben: Lehmfarben sind atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und wirken sich positiv auf das Raumklima aus. Sie sind besonders gut geeignet für Allergiker und Menschen mit empfindlichen Atemwegen.
Kalkfarben: Kalkfarben sind ebenfalls atmungsaktiv und wirken desinfizierend. Sie sind ideal für Feuchträume wie Badezimmer und Küchen.
Kaseinfarben: Kaseinfarben sind sehr strapazierfähig und eignen sich gut für stark beanspruchte Wände.
Silikatfarben: Silikatfarben sind mineralische Farben, die sich fest mit dem Untergrund verbinden. Sie sind besonders langlebig und widerstandsfähig gegen Schimmelbildung.
Tipps für den Kauf und die Verarbeitung
Achten Sie auf Gütesiegel: Der Blaue Engel, das EU-Ecolabel und natureplus sind zuverlässige Zeichen für umweltfreundliche und wohngesunde Farben.
Lesen Sie das Etikett sorgfältig: Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und vermeiden Sie Farben, die problematische Substanzen enthalten.
Verwenden Sie eine Atemschutzmaske: Tragen Sie beim Streichen eine Atemschutzmaske, um sich vor schädlichen Dämpfen zu schützen.
Sorgen Sie für gute Belüftung: Lüften Sie den Raum während und nach dem Streichen gründlich, um die VOC-Konzentration in der Raumluft zu reduzieren.
Entsorgen Sie Farbreste fachgerecht: Bringen Sie Farbreste zu einer Sammelstelle für Sondermüll.
Fazit: Gesundheit und Umwelt im Blick
Die Wahl der richtigen Wandfarbe ist eine wichtige Entscheidung für Ihre Gesundheit und die Umwelt. Indem Sie auf die Inhaltsstoffe achten und auf natürliche Alternativen setzen, können Sie ein gesundes und behagliches Wohnambiente schaffen. Informieren Sie sich vor dem Kauf gründlich und lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Fachmann beraten. So können Sie sicherstellen, dass Ihre Wände nicht nur schön aussehen, sondern auch zu einem gesunden Raumklima beitragen.